Tatjana Dravenau, Pianistin und Pia Viola Buchert, Mezzosopranistin. Fotos: Joscha Nivergall & Dirk Schelpmeier
Zum Progamm
Die sechs Komponistinnen, deren Lieder in diesem Programm erklingen, wurden zwischen 1890 und 1924 geboren. In ihren zwischen 1917 und 1997 entstandenen Kompositionen bildet sich die stilistische Vielfalt des 20. Jahrhunderts ab, die vom expressiven, spätromantischen Stil Hans Gáls über die sphärische Polyphonie von Felix Wolfes bis zu den hoch individualisierten Liedern Ruth Schonthals reicht. Gemeinsam ist den sechs Künstlerinnen, dass die Verfolgung jüdischer Menschen während der nationalsozialistischen Diktatur zu radikalen Einschnitten und Brüchen in ihrer aller Leben führte. Der jeweilige Lebensweg, der Ort des Exils und das gesellschaftliche Umfeld, in dem die kompositorische Laufbahn fortgeführt wurde, haben die Weiterentwicklung ihrer Kompositionsstile beeinflusst und geprägt. Zugleich weisen die bis zu 500 Jahre alten Texte der Lieder Ausgrenzung, Verfolgung, Vertreibung und Exil als Konstante der Menschheitsgeschichte aus. Mit diesem Programm und der CD „Eisnacht“ (Genuin, 02/2026) möchten wir zur Rezeption dieser Lieder beitragen und würdigen, dass diese Menschen die Kraft und Kreativität besessen haben, das Erlebte seelisch und künstlerisch zu bewältigen. Dadurch haben sie eigenständige Kunstwerke geschaffen, die in ihrer künstlerischen Bedeutung weit über die Verarbeitung biographischer Ereignisse hinausweisen.
Mitwirkende
Pia Viola Buchert
Tatjana Dravenau