Tatjana Dravenau
Foto: Joscha Nivergall
Tatjana Dravenau engagiert sich für die Neu- und Wiederentdeckung selten gehörter Kompositionen. Für den WDR Köln nimmt sie regelmäßig Ersteinspielungen auf, darunter Werke von Evelyn Faltis, Mathilde von Kralik, Hildegard Quiel, Bertha Wegener-Koopman, Alwine Feist und Max Reger. Othmar Schoeck und Conrad Ansorge stehen im Mittelpunkt eines 2021 entstandenen Konzertfilms mit Daniel Johannsen.
Zudem richtet sie die Aufmerksamkeit auf den durch die Verbindung von Musik und Sprache entstehenden Bedeutungsreichtum. So wird die 2025 mit Catalina Bertucci und Georg Poplutz für Genuin produzierte CD Kannst Du das Lied verstehn? von einer Buchpublikation im Waxmann-Verlag begleitet, in der Kontextinformationen zu den Symbolbedeutungen der auf der CD versammelten Lieder über Blumen und Bäume enthalten sind.
Mit einer Fellowship für Innovationen in der digitalen Hochschullehre des Ministeriums für Kunst und Wissenschaft des Landes NRW hat die an der Folkwang Universität der Künste in Essen lehrende Liedpianistin die Website Liedinterpretation online aufgebaut, die musik- und literaturwissenschaftliche Analysen mit Liedbegleitungen kombiniert; dafür wurde ihr der Landeslehrpreis NRW 2023 in der Kategorie Kunst- und Musikhochschulen verliehen. Sie ist u.a. Preisträgerin des Julian Jacobson Awards und der John Ireland Competition London sowie ständige Begleiterin beim Internationalen Robert-Schumann-Wettbewerb in Zwickau.