SHALOM-MUSIK.KOELN 2026

Unser Motto: ZUHÖREN

Die nächste Ausgabe von SHALOM-MUSIK.KOELN findet vom 1. bis 10. September 2026 in Köln und Umgebung statt. Sie steht ganz im Zeichen des Mottos ZUHÖREN – und rückt damit eine Haltung in den Mittelpunkt, die in unserer heutigen Zeit wichtiger ist denn je.

Rosch ha-Schana: Tradition des Hörens

Unmittelbar nach unserem Festival beginnt das jüdische Neujahrsfest Rosch ha-Schana (11.–13. September 2026). Es ist ein Fest der Rückschau und der Hoffnung, des Vergebens und des Aufbruchs. Symbol dafür ist das Blasen des Schofars, eines Widderhorns, dessen Ton zum Hören und Innehalten aufruft. Das Festival 2026 greift diese Symbolik auf und rückt das Zuhören – im religiösen, kulturellen und gesellschaftlichen Sinn – in den Mittelpunkt.

Zuhören in unserer Gesellschaft

Wir leben in einer Zeit, in der Dialog oft durch gegenseitiges Übertrumpfen oder Abgrenzen ersetzt wird. Soziale Medien verstärken diesen Trend, indem sie Echokammern schaffen, in denen Menschen nur noch sich selbst und ihre Meinungen bestätigt hören. Doch wirklicher Austausch entsteht erst, wenn wir uns aufeinander einlassen. Zuhören bedeutet: den anderen gelten lassen, auch wenn er anders denkt. Es bedeutet: Konflikten den Nährboden von Hass und Gewalt zu entziehen. Unser Festival möchte dafür Räume öffnen – analog, künstlerisch und erfahrbar.

Musik als Schule des Zuhörens

Musik lebt vom Zuhören. Kein Zusammenspiel gelingt ohne Aufmerksamkeit füreinander. Und jedes Konzert braucht ein Publikum, das hinhört. Musik ist deshalb auch eine Schule des Miteinanders – sie verbindet Menschen, Kulturen und Geschichten.

Vielfalt der jüdischen Musik

Im Rahmen von SHALOM-MUSIK.KOELN 2026 machen wir hörbar, wie reich und vielfältig jüdische Musik ist. Sie ist geprägt durch Flucht, Vertreibung, Begegnung und Integration: Sie hat sich in unterschiedlichen Ländern mit lokalen Traditionen verbunden, sich ständig neu entwickelt und gleichzeitig ihre eigene Prägung bewahrt. Ob Klezmer, Synagogalmusik, Klassik, Jazz oder zeitgenössische Kompositionen – jüdische Musik ist immer auch Teil der Kultur ihrer Umgebung: deutsch, amerikanisch, balkanisch oder global. Das Eigene im scheinbar Fremden zu entdecken – genau das macht unser Festival erfahrbar.

Warum SHALOM-MUSIK.KOELN für Köln wichtig ist

Köln ist seit Jahrhunderten ein Ort jüdischen Lebens. Jüdische Kultur, Musik und Traditionen sind hier nicht etwas Fremdes, sondern ein selbstverständlicher Teil der Stadtgeschichte – von den ersten Spuren in der römischen Zeit über das Mittelalter bis in die Gegenwart.

Mit SHALOM-MUSIK.KOELN wollen wir diese lange Tradition sichtbar machen und zugleich die lebendige Gegenwart feiern. Denn jüdische Musik ist keine historische Erinnerung, sondern Teil unseres heutigen Kulturlebens – vielfältig, innovativ und offen für Begegnung.

Das Festival lädt dazu ein, zuzuhören, zu entdecken und miteinander ins Gespräch zu kommen. Es schafft einen Raum, in dem sich Menschen aus unterschiedlichen Hintergründen begegnen können – nicht durch Belehrung, sondern durch das unmittelbare Erlebnis von Musik.

Gerade in einer Zeit, in der Antisemitismus wieder lauter wird, setzt Köln mit diesem Festival ein Zeichen: für Vielfalt, Respekt und die gemeinsame Kultur, die uns verbindet.

Ein Zeichen gegen Antisemitismus

Diese Vielfalt und Verflechtung sichtbar zu machen, ist ein Beitrag gegen die Stereotype und Vorurteile, die Antisemitismus immer wieder neu befeuern. ZUHÖREN hilft uns, jüdisches Leben als Teil unserer gemeinsamen Kultur zu begreifen.

Unser Versprechen

SHALOM-MUSIK.KOELN 2026 versteht sich als Plattform für Musik, Begegnung und Dialog. Wir wollen Brücken schlagen, Neugier wecken und den Klang jüdischen Lebens in seiner ganzen Breite erfahrbar machen – als Teil der Gegenwart, als Teil von uns.

Seien Sie dabei, wenn wir 2026 gemeinsam ZUHÖREN lernen – durch die Sprache der Musik. Das Programm finden Sie demnächst hier.

Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst

Grußwort des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst MdL, zum Festival SHALOM-MUSIK.KOELN 2026

Sehr geehrte Damen und Herren, liebes Publikum,

in diesem Jahr feiert Nordrhein-Westfalen seinen 80. Geburtstag. Aber seine Vergangenheit spannt sich über viele Jahrhunderte. Ganz besonders stolz sind wir darauf, dass hier - in Köln - vor über 1.700 Jahren jüdisches Leben in Deutschland seinen Anfang genommen und seitdem eine Heimat hat. Jüdisches Leben gehört untrennbar zu unserem Land, zu unserer Geschichte, zu unserer Gegenwart - und zu unserer gemeinsamen Zukunft.

SHALOM-MUSIK.KOELN 2026 ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie jüdische Kultur unser Land und unsere Gesellschaft prägt und bereichert. So steht es auf besonders schöne Weise für das Selbstbewusstsein, das Engagement und den Stolz der Menschen jüdischen Glaubens auf ihre Kultur. In seiner beeindruckenden programmatischen Breite bringt das Festival auch in diesem Jahr liturgische Tradition, klassische Konzertmusik, jiddisches Liedgut, zeitgenössische Kompositionen und populäre Formate zusammen. So können auch und vor allem junge Menschen die ganze Vielfalt und den Reichtum Jüdischen Lebens schätzen und die Lebenswirklichkeit der Menschen in den jüdischen Gemeinschaften in Nordrhein-Westfalen kennen lernen - und immer mehr Menschen gegen Antisemitismus in allen seinen Formen immun werden und ihm entgegentreten. Gerade in Zeiten, in denen jüdisches Leben in Deutschland wieder besonderen Schutz braucht, wird das immer wichtiger.

Dass SHALOM-MUSIK.KOELN 2026 aus der Mitte der Gesellschaft heraus entstanden ist und von engagierten Partnern aus Kultur, Stadtgesellschaft und der Kölner Synagogen-Gemeinde getragen wird, freut mich ganz besonders. Allen, die dieses einzigartige Festival möglich machen, danke ich mit großem Respekt.

Ich wünsche Ihnen ein inspirierendes Eröffnungskonzert und ein spannendes Festival voller schöner Momente und bleibender Erinnerungen.

Hendrik Wüst MdL

Was ist jüdische Musik?

Jüdische Musik ist keine bestimmte Stilrichtung – sie ist die klingende jüdische Geschichte. Eine Geschichte von Migration Spiritualität, Verlust und Zuversicht, Trauer und Hoffnung, Erinnerung und Vielfalt.

Bei SHALOM-MUSIK.KOELN verstehen wir jüdische Musik als lebendigen kulturellen Ausdruck, der Jahrhunderte überdauert hat und bis heute inspiriert. Sie reicht von mittelalterlichen Synagogengesängen über Kompositionen des 19. Jahrhunderts bis zu den Stimmen aus dem Exil, aus Ghettos und Konzentrationslagern – und sie lebt weiter in den Werken zeitgenössischer jüdischer Künstler:innen in Klassik, Pop, Klezmer oder Jazz.

Jüdische Musik ist auch Diaspora-Musik: geprägt von Anpassung, Veränderung und Weitergabe. Sie ist religiös oder säkular, melancholisch oder voller Lebensfreude. Oft ist sie auch ein musikalisches Zeichen des Überlebens, der Zugehörigkeit und Selbstbestimmung. Und vor allem ist sie eins: offen. Offen für unterschiedliche Interpretationen und Einflüsse, für Gegenwart und für neue Stimmen.

Unser Festival macht genau das erlebbar – jüdische Musik in ihrer ganzen Vielfalt und jenseits von Klischees.

SHALOM-MUSIK.KOELN – ein Festival mit Zukunft

Nach drei erfolgreichen Jahrgängen – zuletzt im August 2024 – hat sich SHALOM-MUSIK.KOELN als fester Bestandteil der Kulturlandschaft etabliert. Viele Besucher und Besucherinnen hatten bei unseren Konzerten die Gelegenheit, jüdische Musik und jüdische Künstler und Künstlerinnen erstmals hautnah zu erleben – bewegend, überraschend, inspirierend.

Unser Ziel bleibt: jüdisches Leben hörbar zu machen – als selbstverständlichen Teil unserer kulturellen Gegenwart. Das Interesse ist ungebrochen. Deshalb geht das Festival auch im September 2026 weiter – mit neuen Formaten und Konzerten.

SHALOM-MUSIK.KOELN ist ein Projekt des Kölner Forums für Kultur im Dialog e. V. in Kooperation mit der Synagogen Gemeinde Köln und geht auf die besondere Rolle Kölns in der jüdischen Geschichte zurück. Denn Köln war schon jüdisch geprägt, als es Deutschland noch gar nicht gab – das römische Dekret von 321 belegt die älteste bekannte jüdische Gemeinde nördlich der Alpen.

Wir sagen Danke.

Danke an unsere Künstlerinnen und Künstler. Danke an die zahlreichen Gäste bei SHALOM-MUSIK.KOELN 2024

Das Festival für jüdische Musik in Köln und im erstmals Rhein-Erft-Kreis war erneut ein beeindruckendes Zeichen für kulturelle Vielfalt und musikalischen Dialog. Mit rund 10.000 Besucherinnen und Besuchern setzte das Festival ein starkes Signal des Zusammenhalts. Unter dem Motto TOGETHER NOW! fanden 80 Konzerte an 30 verschiedenen Orten statt, darunter so bedeutende Stätten wie der Kölner Dom und die Synagoge der Stadt.

Das Festival vom 15. August bis 25. August 2024 bot mehr als 150 jüdischen und nicht-jüdischen Musizierenden die Möglichkeit, ihre Kunst in einem friedlichen Umfeld zu präsentieren, was angesichts der aktuellen politischen Lage von besonderer Bedeutung ist.

Die Resonanz des Publikums war überwältigend, und das Festival wurde zu einem leuchtenden Beispiel dafür, wie Musik Brücken zwischen den Kulturen baut und zum Dialog einlädt. Die Teilnahme von Persönlichkeiten wie Dr. Felix Klein, dem Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland, unterstreicht die Relevanz des Festivals im Kampf gegen Antisemitismus und für ein besseres Miteinander.

Hier finden Sie einige Eindrücke von SHALOM-MUSIK.KOELN.

Wir hoffen, Sie in 2026 alle wiederzusehen.
Ihre Claudia Hessel und Ulrike Neukamm

WIR ZEIGEN ZUSAMMENHALT

Unsere Shalom-Selfie Aktion SHALOM & FRIEDEN FÜR ALLE ist im Jahr 2021 entstanden und gilt auch für die Zukunft.

Wir danken unseren Partnern und Unterstützern: