„Vom Schofar bis zum Chanson“ – SHALOM-MUSIK.KOELN gastierte in der NRW-Landesvertretung Berlin

Köln/Berlin, 13. November 2025

Mit einem besonderen Konzertabend am 12. November 2025 in der Vertretung des Landes Nordrhein Westfalen beim Bund in Berlin schlug das Kölner Festival SHALOM-MUSIK.KOELN eine Brücke von Köln in die Hauptstadt. Unter dem Titel „Vom Schofar bis zum Chanson“ führte das Konzert durch zwei Jahrtausende jüdischer Musik – von den archaischen Klängen der Antike bis zu modernen jiddischen Liedern.

„Dieses Konzert ist mehr als ein Gastspiel – es ist ein Zeichen“, sagt Festivalleiterin Claudia Hessel, Vorsitzende des Kölner Forum für Kultur im Dialog e. V. „Es zeigt, wie lebendig jüdisches Leben heute klingt – und wie Musik Menschen über Zeiten, Städte und Weltanschauungen hinweg verbinden kann.“

Ein Abend zwischen Erinnerung und Aufbruch

Das Programm eröffnete Bar Zemach, Solo-Hornist des West Eastern Divan Orchestra, mit den archaischen Tönen des Schofars – einem Instrument, das seit Jahrtausenden in der jüdischen Tradition verankert ist. Begleitet wurde er von der Düsseldorfer Künstlerin Natalia Moro, die das Gehörte in fließende Sandbilder übersetzte. Ihre Projektionen schafften eine zweite Ebene des Erzählens – ruhig, vergänglich und unmittelbar.

Im Mittelalter-Teil begegneten sich jüdische und christliche Gesänge: Ars Choralis Coeln und ĀRT HOUSE 17 verwoben die Musik Hildegard von Bingens mit jüdischen Motiven und ließen so einen Dialog zwischen zwei Klangwelten entstehen.

Die Romantik führte diesen Dialog weiter – mit Werken von Max Bruch, Robert Kahn und Viktor Ullmann, interpretiert von Jascha Nemtsov, Bar Zemach und Dr. Felix Klein (Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland gegen Antisemitismus). Ihre Auswahl spannte einen Bogen von spiritueller Tiefe romantischer Klangsprache bis zur Ausdruckskraft jener Komponisten, deren Stimmen im Exil oder in der Verfolgung beinahe verloren gingen.

Zum Abschluss erklangen die Klezmer Tunes aus Köln und die Berliner Sängerin Sharon Brauner mit ihren Toy Goys präsentierte jüdische Lieder -– ein Finale, das jüdische Musik als Teil unserer Gegenwart feierte.

Dieses besondere Musik-Festival bringt Jahr für Jahr Menschen über Religionen, Generationen und Herkunft hinweg zusammen. Wir bekämpfen Antisemitismus auch durch Kultur – wir schaffen Nähe, wo andere trennen wollen. Wenn jüdische und israelische Kulturschaffende ausgeschlossen und boykottiert werden, bauen wir noch mehr Brücken und feiern die jüdische Kultur umso mehr. Als Landesregierung Nordrhein-Westfalen unterstützen wir die Ansiedlung eines Yad Vashem-Bildungszentrums in Deutschland. Gerne wollen wir dem Zentrum bei uns im Herzen Europas ein Zuhause geben.
— Nathanael Liminski, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien des Landes NRW und Chef der Staatskanzlei

Auch für viele jüdische Künstler, die im Publikum waren, hatte der Abend eine besondere emotionale Bedeutung. Das war ein Komponist aus den Reihen der Zuschauer sagte, war sicherlich stellvertretend für viele Künstler im Saal: „Das Konzert war unglaublich beeindruckend für mich. Ich bin wirklich stolz und dankbar, Teil dieses Projekts zu sein – gemeinsam mit so vielen großartigen jüdischen Künstlerinnen und Künstlern.“

Grußworte und Gäste

Den Abend eröffneten

  • Nathanael Liminski, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien des Landes NRW und Chef der Staatskanzlei,

  • Abraham Lehrer, Vizepräsident des Zentralrat der Juden in Deutschland und Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln,

  • Sylvia Löhrmann, Beauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen zur Bekämpfung des Antisemitismus, für jüdisches Leben und Erinnerungskultur.

Unter den rund 150 Gästen waren u.a. Konrad Schmidt-Werthern (Amtschef des Kulturstaatsministers), Abraham Lehrer (Vizepräsident des Zentralrats der Juden), Dr. Georg Gremske (Antisemitismusbeauftragter für Berlin), Jörg Habich (Geschäftsführer der Liz Mohn Stiftung), Dr. Robbin Juhnke (Kulturpolitischer Sprecher der CDU Berlin), Stefan Rottmann, (RBB), Rolf D. Suhl (Geschäftsführer Bühnenservice und stellv. Generaldirektor Stiftung Oper in Berlin), Ronny Unganz (Geschäftsführender Direktor Staatsoper Unter den Linden),  Dafna Zarai, (Kulturattaché der Botschaft des Staates Israel).

Ein Festival mit Haltung – Ausblick auf 2026

SHALOM-MUSIK.KOELN bringt jüdische und nicht-jüdische Künstlerinnen und Künstler zusammen – von Klassik bis Klezmer, vom jiddischen Lied bis zur zeitgenössischen Komposition. Seit der Gründung 2021 hat sich das Festival als fester Bestandteil der Kulturlandschaft in NRW etabliert.

Nach den Ausgaben

  • 2021 – „Ein Tag mit jüdischer Musik“ (Schirmherr Armin Laschet)

  • 2022 – „Zuversicht“ (Schirmherr Hendrik Wüst), inspiriert vom jüdischen Gedenktag Tischa beAv

  • 2024 – „Together Now!“ (Schirmherr Nathanael Liminski), ein Zeichen der Solidarität

folgt im September 2026 die neue Ausgabe unter dem Motto „Zuhören“, erneut unter der Schirmherrschaft von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst.

„Zuhören ist mehr als ein Motto – es ist eine Haltung“, sagt Ulrike Neukamm, künstlerische Leiterin von Shalom-Musik.Koeln. „Gerade in einer Zeit, in der Dialog oft von Lautstärke übertönt wird, zeigt Musik, wie Verständigung entstehen kann – durch Aufmerksamkeit, Respekt und Offenheit.“

Träger und Partner

Veranstalter: Kölner Forum für Kultur im Dialog e. V., Köln

In Kooperation mit der Synagogen-Gemeinde Köln, der Landesvertretung Nordrhein-Westfalen beim Bund in Berlin und der Beauftragten des Landes NRW zur Bekämpfung des Antisemitismus, für jüdisches Leben und Erinnerungskultur. Shalom-Musik.Koeln ist eine Initiative des Kölner Forum im Dialog. Das Festival wird gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und die Stadt Köln.

Der Antisemitismus ist mächtig. Und doch: Er darf jüdisches Leben, jüdische Lebendigkeit, jüdische Kultur nicht diktieren. Jüdinnen und Juden sind weitaus mehr als Akteure im Kampf gegen den Antisemitismus. Wir sind so viel mehr als nur Opfer, gepeinigt, erniedrigt und ermordet.
Als das Israel Philharmonic Orchestra in Paris gestört und unterbrochen wurden, was hat Lahav Shani da getan? Zum Wiederbeginn des Konzerts hat er die israelische Nationalhymne angestimmt. haTikvah. Das bedeutet: Die Hoffnung. Die Tränen sind mir in die Augen gestiegen.
Diese Kraft ist es, die uns auszeichnet. Im Angesicht des blanken Hasses die Hoffnung nicht zu verlieren; im Gegenteil: Die Hoffnung zur Parole zu machen. Diese Kraft brauchen wir alle gemeinsam. Diese Kraft kann uns das jüdische Musikfestival Shalom Musik auch 2026 wiedergeben.
— Abraham Lehrer, Vizepräsident des Zentralrat der Juden in Deutschland und Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln,

Veranstaltungsdaten

SHALOM-MUSIK.KOELN in Berlin – „Vom Schofar bis zum Chanson“

Mittwoch, 12. November 2025

Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund

Hiroshimastraße 12 – 16, 10785 Berlin

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Jüdisches Musikleben im heutigen Deutschland